Merkwürdiges Donald Zitat

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Der Sumpfgnom OP

@der_sumpfgnom

Ich habe soeben die Nr. 3 der "Entenhausen Edition - Donald" gelesen und bin im Bericht "Munteres Bordleben" auf einen Ausspruch von Donald gestoßen, der mir bislang gar nicht richtig aufgefallen war. Ich weiß auch gerade nicht, ob sich jemand schon mal damit beschäftigt hat, daher frage ich hier mal in die Runde. In einem Panel (h.m.e.j.E.s.) sagt Donald zu den Neffen "Ich seh´ euch dann in der nächsten Barks - Geschichte wieder." Hier noch ein paar Variationen: - in der Barks Libary 3 heißt es "Barks-Album" - im TGDD 86 heißt es "im nächsten Comicheft" - und im WDC 45 "I see you in the funny papers" Heißt das etwa, dass Donald weiß, dass Barks über ihn und die Seinen berichtet, oder dass es Donald Duck Comics in Entenhausen gibt, in denen die Anatiden ihre eigenen Erlebnisse nachlesen können? Wir wissen ja, dass Donald Micky Maus Hefte liest, doch MM ist bekanntlich auch nur eine Comicfigur..... Fragend, C.

01.02.2024, 05:41:34 (bearbeitet)

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Coolwater

@coolwater

Der Sumpfgnom schrieb: ------------------------------------------------------- > Ich habe soeben die Nr. 3 der "Entenhausen Edition > - Donald" gelesen und bin im Bericht "Munteres > Bordleben" auf einen Ausspruch von Donald > gestoßen, der mir bislang gar nicht richtig > aufgefallen war. Ich weiß auch gerade nicht, ob > sich jemand schon mal damit beschäftigt hat, daher > frage ich hier mal in die Runde. > > In einem Panel (h.m.e.j.E.s.) sagt Donald zu den > Neffen "Ich seh´ euch dann in der nächsten Barks - > Geschichte wieder." > > Hier noch ein paar Variationen: > - in der Barks Libary 3 heißt es "Barks-Album" > - im TGDD 86 heißt es "im nächsten Comicheft" > - und im WDC 45 "I see you in the funny papers" Das ist gut, daß diese Sache einmal angesprochen wird. Wahrlich ein merkwürdiges Zitat. Ich habe mir da gelegentlich auch schon die eine der andere Frage gestellt, wenn ich bei der Lektüre dieses Berichts immer wieder über diesen Ausspruch gestolpert bin. Um zuerst noch einige Ergänzungen zu machen: In den "Barks Comics & Stories" steht wieder: "im nächsten Comicheft", in der Carl-Barks-Collection schließlich: "im nächsten Barks-Album". So. Ich halte dabei jetzt für die entscheidende Frage, was davon nun tatsächlich von Fuchs stammt. Es macht nämlich einen gewaltigen Unterschied, ob Donald nur von einem "Comicheft" spricht oder ob er denn wahrhaftig den Namen Barksens, seines Vermittlers und Verkündigers in dieser unserer Welt, in den Schnabel nimmt. Woher sollte er wissen, wer Carl Barks ist? Das wäre wirklich unerhört und lüde in der Tat zu den wildesten und verrücktesten Spekulationen über die Verquickung, Verfaltung und Verstülpung der beiden Universen ein. Dagegen stellt sich die Geschichte als ziemlich harmlos dar, wenn Donald vom "nächsten Comicheft" spricht. In diesem Fall sehe ich darin nicht mehr als einen lockeren Spruch, den man in Entenhausen gebraucht. Bekanntlich werden Comichefte auch dort gelesen, und wenn man sagt: "wir sehen uns im nächsten Comicheft wieder", dann mag das nicht mehr heißen, als daß man sich nun eben verabschiedet und demnächst wiedersieht. Bildhafte Sprüche dieser Art, die aus aus dem Reich der modernen Medien schöpfen, kennt unsereins ja auch, man denke etwa an die Redewendung, daß man glaube, im "falschen Film" zu sein, oder an den Ausspruch, etwas sei "ganz großes Kino". Laut Grotes Werkverzeichnis handelt es sich bei TGDD 86 um den Fuchsschen Ersttext und bei BL 3 um dessen "redaktionell bearbeitete Fassung". Demnach wäre alles klar: Fuchs schrieb "im nächsten Comicheft", und die Eumel von Ehapa konnten der Versuchung nicht widerstehen, das "Comicheft" in der Barks Library entsprechend zum "Barks-Album" zu "korrigieren". In den "Barks Comics & Stories", wo der Bericht neu gelettert wurde, mag man sich dann glücklich wieder eines Besseren besonnen und das Zitat berichtigt haben. Ich hoffe, daß das alles so war. Denn ich finde auch mehr als seltsam, daß man in der Carl-Barks-Collection, in der angeblich strikt darauf geachtet worden ist, auf den Fuchstext in letzter Fassung zurückzugreifen, plötzlich das "Barks-Album" der Barks Library fröhliche Urständ feiert. Auch wenn gerade das einen dann auch wieder ärgern würde, hoffe ich, daß es sich in bezug auf diese einen Sache nicht um die letzte Fassung von Fuchsens Hand handelt, sondern um eine redaktionelle Bearbeitung (lies: Verfälschung) aus der Barks Library, die wegen eines "Fehlers" der Beteiligten dann wieder in die CBC hineingefunden hat. Daß man das Zitat in der Entenhausen-Edition dann neuerlich "angepaßt" hat, wundert mich wiederum nicht ... Fragen über Fragen, Ärger über Ärger. Ach, Ehapa!

22.08.2010, 15:12:39

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Blubber Lutsch

@blubber_lutsch

Coolwater schrieb: ------------------------------------------------------- > oder ob er denn wahrhaftig den Namen Barksens, seines Vermittlers und Verkündigers > in dieser unserer Welt, in den Schnabel nimmt. Woher sollte er wissen, wer > Carl Barks ist? Das wäre wirklich unerhört und lüde in der Tat zu den wildesten > und verrücktesten Spekulationen über die Verquickung, Verfaltung und Verstülpung > der beiden Universen ein. Nein, nicht wild und nicht verrückt. Habe in meinem Stuttgarter Vortrag "Quantenmechanische Quellenforschung" u.a. ausführlich über die quantenphysikalische Banalität referiert, dass die Tatsache der Beobachtung eines Systems zwangsläufig eine Beeinflussung dieses Systems zur Folge hat. Man muss sogar noch weitergehen und sagen: Das beobachtete System wird erst durch Beobachtung (oder andere Wechselwirkung) manifest. Im Lichte der quantenmechanischen Erkenntnisse ist es daher überhaupt nicht erstaunlich, dass der Beobachter, Vermittler und Verkündiger C.B. seine Spuren im uns bekannten Entenhausener Kosmos hinterlassen hat. Hoffe, die schriftliche Fassung des Vortrags bald fertigzustellen. P.

22.08.2010, 16:16:26

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Günter Gummiproppen

@guenter_gummiproppen

Wem das zu hoch ist, dem sei "Schrödingers Katze" empfohlen (Nicht zu verwechseln mit der Fehlmannschen Katze!!) und dann auch gleich noch Everetts "Viele-Welten-Theorie". Dann ist alles klar und man wundert sich über gar nichts mehr! Jetzt bin ich nur noch gespannt auf den nächsten Quantenvortrag. GG

23.08.2010, 13:44:12

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Anonym

@~anonym~

Mal rein hypothetisch: In manchen Barks/Fuchs-Geschichten, z.B. "Der unwürdige Neffe" kommt eine Zeitschrift namens "Micky Maus" vor. Würde es dich, lieber Freund Kühlwasser, auch stören, wenn die Ehapäer daraus "Donald Duck" machten? Ahoj B.

24.08.2010, 11:49:04

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@coolwater

Ur-Bottervogel schrieb: ------------------------------------------------------- > Mal rein hypothetisch: > > In manchen Barks/Fuchs-Geschichten, z.B. "Der > unwürdige Neffe" kommt eine Zeitschrift namens > "Micky Maus" vor. Würde es dich, lieber Freund > Kühlwasser, auch stören, wenn die Ehapäer daraus > "Donald Duck" machten? O ja! "Micky Maus" ist doch wohl von einem ganz anderen Kaliber als "Donald Duck". Micky Maus, was ist denn das überhaupt? Striche und Kreise auf Papier, bei uns gleichwie in Entenhausen, dem wirklich seienden. Schrödingers olles Katzenviech hin oder her - mir ist unwohl bei dem Gedanken, daß der blaue Bursche weiß, daß er beobachtet wird. Und wenn Duck dann auch noch anfängt, die Produkte der Beobachtung seiner Person, die in unserer Welt geschaffen werden, feierabends in die Hand zu nehmen und im Ohrensessel Berichte über sich selbst zu lesen, wird es vollends grotesk, grillenhaft, gaga. Keep it real! Entenhausen ist eine vernünftige Welt. Hihi, Gottfried Helnwein hat das Unmögliche einmal in einem Bild dargestellt. Sieht echt gut aus, muß man zugeben. Der Kerl ist ja zum Glück kein Medium. Schöner Schwimmer, tiefer Taucher, blauer Bursche, blau wie Beeren; klein an Klugheit, groß an Güte ...

24.08.2010, 16:37:09

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Anonym

@~anonym~

> Schrödingers olles Katzenviech hin oder her - mir ist unwohl bei dem Gedanken, daß der blaue Bursche weiß, daß er beobachtet wird. Und wenn Duck dann auch noch anfängt, die Produkte der Beobachtung seiner Person, die in unserer Welt geschaffen werden, feierabends in die Hand zu nehmen und im Ohrensessel Berichte über sich selbst zu lesen, wird es vollends grotesk, grillenhaft, gaga. Aber wieso denn? Der Herr Steinmeier liest vermutlich gerade auch eine Zeitung, wo sein Casus der Aufmacher ist. Ahoj B.

25.08.2010, 08:10:11

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duck313fuchs

@duck313fuchs

...nachdem in unserer Welt auch schon viele junge Leute ihre Lebengeschichten in Buchform auf den Markt werfen, kann es ja auch so sein, dass Donald (oder eher Onkel Dagobert) seine Erlebnisse veröffentlicht und dann so schön im Sessel Korrektur liest....

25.08.2010, 09:13:33

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Coolwater

@coolwater

Ur-Bottervogel schrieb: ------------------------------------------------------- > Aber wieso denn? Der Herr Steinmeier liest > vermutlich gerade auch eine Zeitung, wo sein Casus > der Aufmacher ist. Tut Duck auch gelegentlich und manchmal sogar nicht ungern: "Penizillin für Nanuk-City! Donald Duck der Held des Tages! Bürger Entenhausens Retter in der Not!" - Zu den "tollsten Geschichten von Frank-Walter Steinmeier", in denen man diesen Menschen gewissermaßen "ohne Hosen" in regelmäßigen Homestorys in Wort und Bild präsentiert bekommt, ist es aber doch noch ein gutes Stück. Ich will mir, da das Thema es nahelegt, zunächst eine kleine Abschweifung gestatten: Rudy Salvagnini und Giorgio Cavazzano, zwei Nichtmedien, haben vor Jahren einmal eine nette Hommage an Carl Barks geschaffen, wo der "Mann hinter den Ducks" - so der Titel des Werkchens - mit den Bewohnern Entenhausens zusammentrifft und deren Erlebnisse aufzeichnet. Die beiden Italiener sind hier schon auf der richtigen Fährte, indem sie hier nicht der Fiktion nachhängen, ein "Comiczeichner" Carl Barks habe die Ducks sozusagen aus seinem Geiste heraus "erfunden", sondern Barks korrekt als den Berichterstatter identifizieren, der die tatsächlichen Erlebnisse der wirklichen Entenhausener mit ebenso großer Naturtreue wie künstlerischer Vollendung in Bildberichte umzusetzen verstand. Bei genauer Betrachtung der Sachlage fällt allerdings die Vorstellung in sich zusammen, die Berichte könnten auf der Grundlage von Erzählungen der Ducks gegenüber einem "Reporter" Carl Barks entstanden sein, der sich alles genau und gewissenhaft notiert habe. Nicht nur weiß Carl Barks immer über die geheimsten Gedanken sämtlicher Personen in den Berichten Bescheid, sondern auch über zahllose Dinge, die nicht mit dem unmittelbaren Erleben, dem Denken, Handeln, Wahrnehmen und Wissen der Ducks zusammenhängen. Ein beliebiges Beispiel: In dem Bericht "Australisches Abenteuer" sehen wir einen Ureinwohner, der auf die Spuren der in der Nacht geflohenen Ducks zeigt und sagt: "Fremden fangen! Sonst uns verraten!" Das konnten die Ducks, die das Weite gesucht hatten, freilich nicht wissen, daß der jetzt genau so dasteht und genau das sagt. Aber er steht genau so da, und er sagt genau das, und Carl Barks weiß es! (Daß der "Reporter" in den australischen Busch ging und die Ureinwohner befragte, wie das damals war mit dem Corroborree und dem Emugulasch, weise ich kurzerhand als lächerlich und absurd zurück.) Ja, Carl Barks weiß sogar Dinge, die die Ducks vergessen haben (Cibola!). Ginge man davon aus, die Berichte beruhten auf der Erinnerung und Erzählung der Beteiligten, müßte man ferner zwingend annehmen, daß die Bilder und Handlungen eine erhebliche künstlerische Freiheit bei der genauen Ausgestaltung zeigen. Es ist unmöglich, sich aus der reinen Rückschau an jedes dargestellte Detail zu erinnern, jedes zu erwähnen, und es ist unmöglich, daß ein Fremder überhaupt jedes völlig korrekt darzustellen vermöchte. Über eine Begegnung Barksens mit den Ducks - sei es in unserer Welt, sei es auf dem Entenstern - ist uns also nicht nur nichts bekannt, die profane Vorstellung eines "Reporters" Carl Barks, der den Ducks begegnete und sich von ihnen berichten ließ, erweist sich darüber hinaus als unmögliche Erklärung für die Berichte. Sie rüttelt an den Grundlagen des Donaldismus, aber die Grundlagen des Donaldismus lassen nicht an sich rütteln, denn die Grundlagen des Donaldismus sind wahr. Als einzig vernünftig erweist sich das donaldistische Axiom von dem Medium Barks mit quasigöttlichen Fähigkeiten - Barks sieht, hört, weiß alles. Was nun das andere betrifft, die Vermutung, das Gedankenspiel, Donald Duck lese "Donald Duck". Leute: Laßt die Spinnerei! Da wird mir ganz unheimlich. Zugegeben: Prinzipiell unmöglich ist nichts. Unmöglich ist auch nicht, daß Donald Duck vom Planeten Krypton stammt und in einer Rakete zu Stella Anatium geschickt wurde. Flickus, Flackus, Fumdeedledum! Das ist Donaldistenlatein und heißt auf deutsch: Wie wollen Sie das Gegenteil beweisen? Ad fontes! Es gibt keinen positiven Hinweis, daß Duck Carl Barks kennt, von seinem Beobachtetwerden auch nur einen blassen Schimmer hat oder gar die Berichte ("Comics") von seinen eigenen Erlebnissen rezipiert. Wer darüber ernsthaft spekuliert, baut im luftleeren Raum, abgehoben vom Boden der donaldischen Tatsachen. Ich habe oben bereits dargelegt, daß der eine, einzige dürre Faden, auf dem diese ganze monströse Theorie aufgehängt wird, wahrscheinlich nicht aus Fuchsischem Garn gesponnen ist, sondern von Redaktionsfuzzis bei Ehapa produziert wurde. Im zweifelsfreien Fuchstext findet man indessen nicht mehr als eine harmlose Redewendung. Donald Duck ist in seiner Heimatstadt sicherlich bekannt wie ein bunter Hund und sein reicher Oheim sowieso. Es läßt sich aber aus den Berichten mannigfach schließen, daß seine Abenteuer und Erlebnisse nicht in einer Breite und Tiefe, die der hiesigen Berichterstattung über ihn auch nur annähernd gleichkommt, massenhaft bekanntgemacht werden. Ich verweise hier etwa auf den Bericht "Gute Vorsätze" (WDC 173), wo es Donald gar nicht lustig findet und sich bis auf die Knochen blamiert fühlt, als die Kapriolen, die er auf Skiern schlug, vor der ganzen Nation im Fernsehen gezeigt werden (und unsereins sieht in fast jedem Bericht Duck wirklich größere Kapriolen schlagen oder Blamables tun). Ich verweise für Dagobert schließlich auf den Bericht "Alaska-Katastrophe", wo der Alte sich gewaltig dagegen wehrt, daß überhaupt sein Bild in eine Illustrierte kommt, und wo sein Werdegang und sein tatsächlicher Reichtum seinen Mitbürgern vom "Komet" als etwas durchaus Neues und Sensationelles präsentiert werden ("Entsetzlich! 10 Seiten nur über mich und mein Geld! Geschmacklos!" - Mein Gott, Dagobert, der Schlag träfe dich, wenn du wüßtest, was wir hier über dich alles wissen!). Die Tatsache, daß Dagobert in seinem Geld badet, war dem Arzt, den er in dem Bericht über die Kohldampfinsel konsultiert, so wenig bekannt wie den Panzerknackern, die ihren Bertel ja nun wirklich kennen müssen, noch in "Der arme alte Mann". Bei uns weiß das jedes Kind. Belege dieser Art, die zusammen genommen es als unwahrscheinlich erscheinen lassen, daß in Entenhausen "Donald Duck" gelesen wird, wird man bei einer systematischen Durchsicht der Berichte sicherlich noch viel mehr finden. Wer an alledem zweifelt, muß schon glauben, daß Donald uns allen ein Kaschperltheater vorführt. Das ist aber auch ein Rütteln an den Grundlagen des Donaldismus, das sich nicht schickt. Ach ja: Zack! Postskriptum: Glaubt mir's, richtig in die Bredouille käme Donald, würde man im Hause Duck nicht nur "Donald Duck" lesen, sondern den "Donaldisten". 😁

26.08.2010, 03:15:03

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Donald

@donald

Ich ziehe die Mütze, Herr Filmemacher! Wäre dieses Thema nicht gar einen Beitrag auf dem nächsten Kongress wert?!

26.08.2010, 09:04:37

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