Geschmack ist unterschiedlich. Ich persönlich bin mit indischer Küche viel glücklicher als mit dem meisten, was bei den vergangenen Kongressen so als vegetarische Optionen aufgetischt wurde. Allen rechtmachen kann man es nie. Problematischer ist tatsächlich die Zeitüberschneidung mit dem Vereinsteil, die so nicht hätte sein müssen.
McDuck
@mcduckFachbereich Geschichte, Verfasser des DDSH 59
Tick, Trick und Track Duck bei Donald
04.01.2026, 17:47:54
Werter Forennamensvetter,
deine Argumentation hinkt ein weg. Im Donaldismus ist nur der Barks-Fuchs-Kanon relevant, da nur die beiden Medien waren und die Geschehnisse im Anaversum für uns unverfälscht wiedergeben können. Das Geburtsdatum, das Don Rosa nennt, tut also überhaupt nichts zur Sache und ist nur in dessen Fantasie gültig. Es stimmt nicht einmal, wenn du jedweden beliebigen Comic mit den Ducks aufschlägst, und erst recht nicht, wenn es um Barks-Fuchs geht. Der erste 100% kanonische Bericht stammt aus dem Jahr 1943 („Die fabelhafte Hasenpfote“; bei allen vorherigen Berichten stammt das Skript nicht von Barks). Da wären die Neffen laut Rosa drei Jahre alt (!). Der letzte noch von Barks gezeichnete Bericht mit den Neffen stammt aus 1966, da wären sie sechzehn (!). Die Fieselschweif-Berichte, die Barks aufgrund seines Ruhestands nicht mehr selber zuende zeichnete (und die für mich persönlich kanonischer sind als manches mit Daisy und Oma, aber das ist Diskussionsstoff), folgen sogar noch danach und müssten daher bereits ausgewachsene Neffen zeigen. Natürlich sind Tick, Trick und Track weder drei noch sechzehn, sondern stets in etwa im gleichen Alter. Wir können daraus nur entnehmen, was bereits mehrfach schlussgefolgert wurde: (1) Anatiden altern anders als Menschen bei uns; (2) Im Anaversum gibt es einen anderen Zeitverlauf.
Das Barks-Titelbild, das du referenzierst, stammt aus dem Jahr 1955. Ob das als Bericht gilt, quasi als Schnappschuss einer alltäglichen Lebenssituation aus dem Anaversum, die uns Barks nicht in Comicform mitteilen wollte, ist nicht entschieden. Aber in jedem Fall halte ich es nicht für einen eindeutigen Beweis dafür, dass sich Donald um TTT als Babys gekümmert hätte.
Die Frage nach Donalds Schwester ist allgemeiner die nach dem Quellenwert der Taliaferro-Überlieferung und der Cartoons, zu denen Barks das Drehbuch geschrieben hat (denn auch dort taucht die Szene mit dem Brief auf und „Kurzbesuch bei Onkel Donald“ war in Produktion, als Taliaferros Strip erschien). Und da ist die Tendenz, dass das keine Berichte sind, recht eindeutig. Also gibt es auch keine Schwester.
Der neue Alleswisser
28.11.2025, 18:13:56
Lieber Patrick,
ab etwa Mitte Dezember habe ich hoffentlich wieder etwas mehr Zeit und kann einen Blick auf die Listen werfen. Es wäre bestimmt ein produktiver Neujahrsvorsatz, die Listen im Laufe des folgenden Jahres abschließen zu können (aber versprechen kann ich erstmal nichts, also bitte keine Enttäuschungen).
Donald Duck 100 Seiten
14.10.2025, 12:17:37
Ein Mitglied der J.U.G.E.N.D. ist vor Kurzem auf diese Produktankündigung gestoßen und war über das fünf Jahre in der Zukunft liegende Erscheinungsdatum irritiert:
https://www.exlibris.ch/de/buecher-buch/deutschsprachige-buecher/patrick-bahners/donald-duck-100-seiten/id/9783150205846/
Hat es damit seine Richtigkeit? Vielleicht möchte das Direpol etwas zur Klärung beitragen?
Inducks-Website
13.10.2025, 19:45:20
Ich brauche Inducks ständig um finde das auch außerordentlich mühsam, habe mir aber angewöhnt, ständig einen Tab offen zu haben, in dem ich eingeloggt bin. Sonst lässt sich überhaupt nicht mehr damit arbeiten.
KI-gestützte Bots sind in Wikis wie dem Alleswisser und der Duckipedia schon seit Ewigkeiten ein wahnsinniges Problem. Wir mussten deswegen die Bearbeitungshürden heftig hochschrauben, was ich gerade für die Duckipedia sehr schade finde. Aber wenn man den Zugang niederschwelliger hält, öffnet man erst recht die Pforten zur Hölle und erhält jeden Tag etliche Artikel in englischer oder sonstiger Sprache, die versuchen, unbedarftere Zeitgenossen auf betrügerische Seiten zu locken.
Nun anscheinend vergleichbare Probleme auch im Inducks. Seufz.
DD 169 und MifüMi 158
11.09.2025, 20:17:04
Es hat länger gedauert, bis ich den neuesten DD an meinem neuen Wohnort in Händen hielt und noch um einiges länger, bis ich Zeit finde, hier etwas dazu anzumerken. Der Donaldismus mag Berufung sein, Beruf ist er leider nicht.
Auf Alex wunderbaren Leserbrief, der einen Aspekt in DDSH 59 kritisch hervorstrich, erlaubte ich mir per Leserbrief ausführlich zu antworten. Dieser wurde aber nicht abgedruckt. Wohl kein Wunder, habe ich ihn doch an die in DD 168 vermerkte Privatadresse des Briefkastenonkels versandt. In diesem DD wird aber ausdrücklich um Post an die donaldische Adresse gebeten. Wahrscheinlich eine Verschwörung des Briefkastenoheims und des PPPP (perfiden Professor-Püstele-Preisträgers), um die Kritik an der Kritik von vornherein kritiklos zum Schweigen zu bringen! Nun, ich werde ja sehen, ob mit dem abermaligen Versand an die neue Adresse mein Leserbrief doch irgendwann noch (dann schon gehörig verspätet) Eingang in den DD findet.
Entlich mal was Neues: Der Donaldist - das Online - Sonderheft (DDDOSH)
22.07.2025, 21:45:17
Ich bitte händeringend darum, diese Entscheidung zu überdenken. Tut das diesem schönen Artikel und dessen Autor nicht an! In diesem Format und mit nur einer Ankündigung im Schwarzen Brett (das nicht mehr allzu viele lesen, leider) entgeht der Beitrag bestimmt den allermeisten Donaldisten und Donaldistinnen. Wurde nicht beim vorletzten Kongress der Wert dessen betont, wissenschaftliche Beiträge allen über 1000 Mitgliedern der DONALD zur Verfügung zu stellen? Zumal die letzten Ausgaben eine Fülle voin Artikeln meist derselben Autoren abgedruckt haben, wäre ein bisschen weniger von denen und dafür ein Abdruck des jüngsten Cziske eine der Vielfalt der DONALD und ihres Zentralorgans zuträgliche und deshalb begrüßenswerte Entscheidung gewesen. Ich hoffe, dass der Artikel in der nächsten gedruckten Ausgabe den ihm zustehenden Ehrenplatz erhalten wird.
Neues vom Alleswisser
01.05.2025, 20:26:33
Klatsch, klatsch, klatsch! Ganz großes donaldisches Dankeschön! Ich hatte mehrfach danach gesucht, nie mit Erfolg und war schon recht frustriert.
Neues vom Alleswisser
26.04.2025, 14:29:15
Liste der Zitate im Fuchstext: Liedgut ist weitestgehend abgeschlossen. Einen Edit zum Nachtrag von Quellenangaben muss ich noch vornehmen. Einige wenige Lieder konnte ich allerdings nicht zuordnen, da war das Netz zu unergiebig.
Noch schöner: Wir haben jetzt einen fertigen Artikel zur Gründung Entenhausens, der (soweit mir bekannt) alle donaldistischen Positionen hierzu berücksichtigt und hoffentlich als Ausgangspunkt zur Informationsgewinnung und für weitere Forschung dienen kann.
Fernsehkonferenz am 26. April: Nonvisuelle Informationen I: Der Geschmackssinn
26.04.2025, 14:23:56
Ich hatte fest vor zu kommen, jetzt kann ich aber doch leider nicht. Jammerschade!
EPR
02.04.2025, 22:44:09
Weil es an mich herangetragen wurde... Erika Fuchs hat den Urbarks-Bericht "Fast Away Castaway" (US 35/4) mit dem Titel "Das EPR-Gerät" übersetzt. Ich hatte diese Buchstabenkombination längere Zeit als Verweis auf die Einstein-Podolsky-Rosen-Arbeit gedeutet, ohne eine Ahnung davon zu haben, ob Günter Fuchs diese überhaupt gekannt hat. Gibt es dazu eigentlich Informationen? Heute wurde ich allerdings gefragt, warum der Bericht in TGDD 376 den störend abweichenden Titel "Das ERP-Gerät" erhalten hat und auch das von Ingenieur Düsentrieb erfundene Stück dort ERP-Gerät heißt. Möglicherweise hat auch dazu jemand Ideen?
Tabubruch in Flensburg
02.04.2025, 22:24:22
Also ich werde den Kongress trotz mancher kleiner Unzulänglichkeiten (aber seien wir uns ehrlich, die gab es jedes Jahr) in sehr guter Erinnerung behalten und verstehe die hier teils geäußerte Kritik nur zum Teil. Gewiss, das Zeitmanagement ließ trotz großer eingeplanter Puffer zu wünschen übrig und wir wären gerne alle früher beim Essen gewesen, aber das ist nicht der Kongressorganisation anzulasten. Ich persönlich hätte nun auch lieber zehn weitere fraudulente Vögel vorgestellt, aber wenn sich das halt in zehn Minuten Vortragszeit nicht ausgeht, dann kürze ich eben.
Letztlich dürften sich künftige Kongressorganisatoren und -innen mal in Ruhe überlegen, ob es nicht mehr Sinn macht, das offizielle Programm über zwei Tage zu strecken. Gewiss ist das nachteilig für alle diejenigen, die nur für einen Tag anreisen möchten, aber seien wir uns ehrlich, der Zustand dann könnte auch kaum schlimmer werden als bei diesem Kongress, wo vor der MV eine ganze Reihe MdDs den Saal verlassen haben, weil sie keine Energie und Konzentrationsfähigkeit mehr hatten. Jedenfalls war die MV erschütternd spärlich besucht.
Und ja, zur MV, weder die Wahl zum nächsten Kongressort noch die zur Präsidente (inklusive nicht erfolgter Abwirtschaftung) fand ich zufriedenstellend. Da lief wohl einiges ein wenig aus dem Ruder. Eine festgelegte und nicht mehr dran rüttelbare Amtszeitbeschränkung finde ich durchaus eine schöne Idee. Ich betrachte auch Amtszeiten gewisser Politiker:innen mit Argwohn. Allein – wir müssen inzwischen froh sein, dass den Job noch jemand machen will. Die meisten verdienten MdDs waren es mittlerweile bereits und die, die es noch nicht waren, haben bei diesem Kongress oder bei einem der früheren abgewunken. Bei einer fixierten Amtszeitbeschränkung kann es passieren, dass wir in kurzer Zeit nur noch Toastbrote, Dunkellichter und behaarte Türklinken zur PdD wählen. Das käme dem ZZaZ als Vertreter des Brots wahrscheinlich zupass (jaja, der Isnogud), aber ob das dann der Weisheit letzter Schluss ist, kann jede und jeder selbst beantworten.
Neues vom Alleswisser
07.02.2025, 13:27:22 (bearbeitet)
Hat etwas länger gedauert, aber nun habe ich alle Links in der Forschungs-Liste überprüft und ggf. korrigiert, sodass sie nun alle auf die richtigen Seiten verweisen. Ich habe aber noch eine Bitte: Die Liste lebt nach wie vor von Frl. Tuschels Kurzzusammenfassungen, was natürlich ein großer Gewinn ist, allerdings an einzelnen Stellen den Nachteil birgt, dass Frl. Tuschel den Inhalt hochkomplexer naturwissenschaftlicher Beiträge selbst nicht verstanden hat. Das muss aber hoffentlich in einer allgemeineren, von allen bearbeitbaren Alleswisser-Liste nicht so bleiben. Mag sich daher ein Naturwissenschaftler/eine Naturwissenschaftlerin um kurze (!) Zusammenfassungen der folgenden Beiträge bemühen?
Mönnighoff/Degens in DD 85
HeiseBernd Krauß in DD 122
ebenfalls bitte nochmal ansehen die Texte zu
von Storch in DD 152
Horst in DD 158
Und an alle anderen: Nutzt die Gelegenheit, die der Alleswisser bietet!
Neues vom Alleswisser
27.01.2025, 21:33:00
Hatte ich an und für sich, aber ich stelle gerade fest, dass es bei HD 2 sogar zwei Extraseiten braucht. Da muss man ja erstmal drauf kommen!
Ansonsten kann es, wie gesagt, durchaus sein, dass noch vereinzelte Fehler drin sind. Da führt dann kein Weg am Durchprobieren aller Links vorbei. Kann ich machen, dürfte aber noch etwas dauern.
Neues vom Alleswisser
27.01.2025, 18:39:25
Immer wieder das leidige Problem mit den Bearbeitungskonflikten!
Neues vom Alleswisser
27.01.2025, 14:20:15
Das Problem betrifft offenbar alle Ausgaben zwischen 100 und 160. Davor und danach passt es. Bei den ersten Ausgaben ist allerdings die Seite immer um eine verschoben, weil damals das Cover nicht mitgerechnet wurde. Möglicherweise sind auch noch ein paar weitere Fehler drin, weswegen am Überprüfen aller Links am Ende wohl kein Weg vorbeiführt. Ich repariere das. Danke Stefan, dass es Dir aufgefallen ist.
Ist Schall sichtbar?
13.10.2024, 13:34:53
Andere Möglichkeit: Wir kennen ein Bild, auf dem sich Donalds Köpfe bewegen können (siehe unten, aus Ferienarbeit, WDC 200). Wenn sich Personen auf Bildern bewegen können und ein Eigenleben besitzen, warum sollte nicht eine putzmunter fotografierte Kuh schlafen und gut hörbare (!) Schlafgeräusche produzieren können? 
escucha
09.10.2024, 15:14:54
Allseits Geschätzte! Der Museums-Podcast escucha hat das Erika-Fuchs-Haus besucht und dann über Vermittlung unserer ehrenwerten Präsidente mit mir ein Interview geführt. Das Ergebnis lässt sich hier anhören: escucha. Abgesehen von kleineren Unzulänglichkeiten, für die ich nichts kann, ein ziemlich netter Beitrag, der vielleicht auch ein wenig (träum, träum) zur Donaldisierung der Massen beiträgt.
Treffen der Jugendorganisation am 7. Juni
07.06.2024, 16:06:17 (bearbeitet)
Die Jugendorganisation J.U.G.E.N.D. trifft sich am 7. Juni, voraussichtlich abends. Die genaue Uhrzeit gebe ich noch bekannt. Diesmal werden wir uns noch intensiver mit dem Altern in Entenhausen, der ewigen Jugend und dem Jungbrunnen beschäftigen, als es das letzte Mal in der kurzen Zeit möglich war. Wer sich dafür interessiert und/oder sich der J.U.G.E.N.D. zugehörig fühlt, ist herzlich zur Teilnahme eingeladen. Wir treffen uns über den Elektroverbinder der Fernsehkonferenz: https://us02web.zoom.us/j/86768544778 Passwort: 176-671 Der Termin steht auch im Kalender auf der Homepage.
Treffen der Jugendorganisation am 6. April
04.04.2024, 21:45:07 (bearbeitet)
Die Jugendorganisation J.U.G.E.N.D. trifft sich am 6. April (samstags) um 19 Uhr. Thema wird sein Altern in Entenhausen, ewige Jugend und der Jungbrunnen einerseits, andererseits noch mehr schamlose Eigenwerbung. Jede und jeder, die und der sich der J.U.G.E.N.D. zugehörig fühlt, ist herzlich zur Teilnahme eingeladen. Diesmal treffen wir uns über den Elektroverbinder der Fernsehkonferenz: https://us02web.zoom.us/j/86768544778 Passwort: 176-671 (Danke an Patrick!)
Grundlagen des Donaldismus
03.04.2024, 14:56:26
Stefan hat vollkommen recht. Die grundsätzlichen Punkte (die tatsachengetreue Berichterstattung sowie die Vergleichsfähigkeit) wurden von keinem in Zweifel gestellt. Die Diskussion braucht lediglich die Frage der Formulierung zu klären und ob die Tatsache, dass Vergleiche zulässig sind und wir von Welten mit beträchtlicher Schnittmenge ausgehen dürfen, nun eine Grundannahme ist oder Orvilles Rasiermesser oder was auch immer sonst. Also brauchen wir in der Diskussion nicht persönlich oder pampig zu werden oder (entschuldigt bitte) einen etwas eigenwilligen historischen Vergleich zu ziehen. Wo ich extra oben gesagt hatte, dass historische Vergleiche problematisch sind... Ich finde im obigen Panel viel interessanter, dass im Urbarks H2O mit hochgestelltem Zweier steht. Müsste man bei Urbarks etwa von Quadratwasserstoff ausgehen?
Grundlagen des Donaldismus
01.04.2024, 10:43:40
Vielleicht möchte jemand eine dritte Grundannahme aufstellen, dann können wir mal über etwas anderes diskutieren. 😄
Grundlagen des Donaldismus
29.03.2024, 12:23:24
Lieber paTrick, ich befürchte, du bewegst dich gerade in eine kleine gedankliche Falle hinein, die aus naturwissenschaftlicher Perspektive naheliegt. Du schreibst:
Man wird sich bei jeder wissenschaftlichen Auseinandersetzung mit jedem Gegenstand zunächst einmal auf die bekannten Gesetzmäßigkeiten bzw. Empirie beziehen. Ob das im Einzelnen auch zutreffend ist, mag dahin gestellt sein.
In den Naturwissenschaften gehst du von bekannten, stets gültigen Gesetzmäßigkeiten aus, von einem stets gleichen Aufbau des Universums. Zudem hast du Empirie. Ich möchte dich mal dazu einladen, die Perspektive zu wechseln und zu versuchen, dich in die Geisteswissenschaften einzudenken. Dann erkennst du vielleicht, dass es für manche Gegenstände keine triviale Festlegung ist, dass die Vergleichbarkeit und der Analogieschluss überhaupt zulässig sind. In den Geisteswissenschaften gibt es keine Gesetzmäßigkeiten und auch keine Empirie im naturwissenschaftlichen Sinn, dafür Beobachtung, die aber nicht Orts-, zeit- und beobachterunabhängig wiederholbar ist. Die Geisteswissenschaften erklären nichts (zumindest würden dies die meisten so sehen), sondern sie versuchen, Phänomene zu verstehen. Um Phänomene zu verstehen, muss die Eigenlogik der das Phänomen umgebenden Welt verstanden und berücksichtigt werden. Je mehr man sich räumlich und zeitlich von unserem uns wohlbekannten Bezugskontext entfernt, desto größer ist die Rolle der Eigenlogik. Das schlimmste, was man nun machen kann, ist, vom eigenen Bezugskontext aus vorzugehen und diesen derart auf andere Kulturen und Zeitepochen überzustülpen, dass man die Phänomene aus impliziten Annahmen, die fremde Kultur funktioniere wie die eigene, zu erklären versucht. Man wird scheitern. Beispiele: Funktionsweisen einer gift-giving economy im pazifischen Raum können nicht mit europäischer, durch den Kapitalismus präfigurierter Sichtweise verstanden werden. Das Weltbild des Mittelalters mit natürlicher Ungleichheit des Menschen (scala naturae), extremer Parusieerwartung und von Religion durchdrungenem Leben lässt sich nicht aus moderner Verstellung, wie Menschen agieren, verstehen. Sehr schnell wird man Punkte finden, die uns irrational und nicht erklärbar erscheinen, wenn wir nicht dem Bezugskontext mehr Bedeutung beimessen als unserem modernen Verständnis, wie und warum Menschen agieren. Das ägyptische Geschichtsverständnis war zyklisch. Ritueller Kannibalismus oder Nekrophagie macht nur vor dem Hintergrund indigener religiöser Traditionen einen Sinn. Die Divina Commedia lässt sich nur aus dem Leben Dantes und den Bedingungen der Epoche heraus verstehen. In all diesen Fällen wäre es falsch, von unserer heutigen Welt auszugehen und Analogien herzustellen. Vergleiche sind nur teilweise sinnvoll und nur dann möglich, wenn die Eigenlogik gewahrt bleibt. In unserem Blick auf das Anaversum würde man aus dieser wissenschaftlichen Grundposition heraus erst einmal von einer Nicht-Vergleichbarkeit ausgehen, denn die Differenzen sind ja offenkundig und wie sollten wir als Hominiden Wesen verstehen können, die sprechende Enten sind? Aber wir wissen, dass es so viele Ähnlichkeiten gibt, dass wir vergleichen können (oder sogar sollen/müssen). Und nicht nur das, es werden im Grunde ständig Analogieschlüsse gezogen von etwas, das wir im Grunde nicht wissen können, und nur prinzipiell von einer Ähnlichkeit auch in diesem Bereich ausgehen. Die Diskussion um das Baudatum des Münsters ist ein gutes Beispiel dafür. Ich hätte auch das DDSH nicht schreiben können, wenn die Vergleichbarkeit nicht zulässig wäre. Ob die Formulierung der zweiten Grundannahme in der Art überhaupt sinnvoll und zielführend ist, ist eine andere Frage.
Grundlagen des Donaldismus
28.03.2024, 08:26:14
Was du als landläufige Definition beschreibst ist eben genau das: eine wahrheitstheoretische Grundlage (eben genau das, was man eine Korrespondenztheorie nennt und was ich zwei Beiträge vorher vorgeschlagen habe…). Wahrheit ist halt ein philosophischer Begriff. Das wär jetzt ausnahmsweise mal ein Gebiet, in dem ich (und ein paar andere hier) tatsächlich ausgebildet bin und weiterhelfen könnte, wenns darum geht die Dinge etwas sauberer zu formulieren (bin auch kein Experte in Wahrheitstheorie und Erkenntnistheorie, aber es sollte schon langen). Also, ich biete gerne meine Hilfe an, wenn was da ist, formulierungsmässig mitzuhelfen. Grundsätzlich würd ich versuchen, das einfach mal voranzutreiben, ohne sich zu viel in Diskussionen einzulassen, was Wahrheit ist, etc.
Dass wir dich dringend brauchen, steht außer Frage. Dass ich dich und deine Talente und Fähigkeiten außerordentlich schätze, weißt du hoffentlich auch. Dafür kennen wir uns gut genug. Ich möchte mich entschuldigen, dass die Diskussion über den Wahrheitsbegriff etwas ausgeartet ist. Du hast natürlich recht. Trotzdem hoffe ich, dass es auch für dich in Ordnung ist, dass wir in den Formulierungen letztlich einen Begriff finden, der Raskolnikow und mir (und anderen vielleicht auch) nicht bauchgrimmum imposantum colossale bereitet. 😉
Ich werde dann wohl doch auch mal meinen alten Artikel veröffentlichen, da das was ich davon hier gepostet habe, ja in der Diskussion eher ignoriert wird…
Meine weiterführenden, vielleicht leicht häretischen Gedanken wurden bislang auch ignoriert. Sowas passiert, mach dir da keinen Kopf. 😃 Ich harre der Veröffentlichung!