Ich stelle fest, dass ich wohl mit meiner Ablehnung einer zweiten Amtszeit zumindest zu einer Minderheit gehöre. Wobei die Argumente für die Zulässigkeit einer Wiederwahl vor allem "Sei doch froh, dass es überhaupt jemand macht!", "Haben andere doch auch schon probiert, die sind bloß nicht damit durchgekommen!" und "Ist doch nicht verboten!" lauten. Da liegen unsere Vorstellungen von organisiertem Donaldismus wohl weit auseinander.
Ich will da ganz klar sein: Ich würde eher ein Toastbrot zur Präsidente wählen, als einem Donaldisten die Gelegenheit zu geben, es sich dauerhaft in unserem höchsten Amt bequem zu machen. Und das hat vor allem damit zu tun, dass dieser Donaldist die D.O.N.A.L.D. dann mehr als ein Jahr lang nach seinem Gutdünken formen könnte, und ich bin nunmal kein Monarchist.
"Es ist mir neu, dass wir einen König haben. Ich dachte, wir sind ein autonomes Kollektiv. ... Wir haben keinen Herren. Wir sind eine anarchistisch-syndikalistische Kommune. Wir wechseln uns in der Leitung ab. Jeder darf für ein Jahr Exekutive spielen." (Wer das Zitat nicht erkennt, ist selber schuld und ohnehin anders sozialisiert als ich.)
Aus gegebenen Anlass möchte ich noch auf diesen Wikipedia-Artikel verweisen. Auch anderswo gab es Amtszeitbeschränkungen durch Gewohnheitsrecht und Tradition, und die wenigen Kandidaten, die das missachteten, wurden konsequent nicht gewählt. Irgendwann gab es aber doch jemanden, der meinte, dass das alles für ihn nicht gilt, und der das Gewohnheitsrecht erfolgreich aushebelte (und damals gab es wenigstens einen guten Grund dafür, nicht nur das Ego des Amtsinhabers). Das löste im Nachhinein starke Bedenken aus, in der Folge wurde dann die Verfassung erweitert, und seitdem ist die Amtszeitbeschränkung Gesetz. Und gerade heute kann man darüber nur froh sein.
Mal sehen, ob sich diese Erkenntnis auch bei uns durchsetzen wird.