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"Der Donaldist"

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Gangolf Seitz:

Das donaldische Quiz 141

"Überall regt sich Bildung und Streben..."
(J.W. Goethe: "Faust, 1. Teil")

Seine Kindheit verbrachte er im Hause eines Onkels, wo er schon früh mit Bildung in jeglicher Form gefüttert wurde. Der Onkel, als Hauptlehrer in einer Kleinstadt ein gebildeter und geachteter Mann, legte Wert auf ein umfassendes Wissen. Deshalb standen dem Neffen die wohlsortierte Bibliothek des Lehrerhaushalts und auch die Schulbibliothek offen. Oft verbrachte er seine Tage ausschließlich lesend, zuweilen sogar stundenlang auf den hohen Leitern, mit denen die höheren Regalebenen zugänglich gemacht wurden. Der Onkel sorgte außerdem für musikalische Bildung in Form von Klavierstunden, die zwar eher lustlos, aber eben doch absolviert wurden, sodass der Schüler zu Zeiten des Abiturs nicht nur Schumanns Kinderszenen, sondern sogar Walzer und Polonaisen von Chopin annehmbar zu Gehör bringen konnte. Doch waren die schönen Künste nicht sein Metier. Die Wissenschaft zog ihn in ihren Bann, sodass er sich in der Universität der großen Stadt Entenhausen inskribierte und dort fleißig Semester um Semester studierte, was die Welt im Innersten zusammenhält. In einer Zeit, als noch nicht rigide Lehrpläne den Ablauf des Studiums in starre Formen gegossen hatten, konnte es sich der junge Mann leisten, seinen Neigungen nachzugehen und sich damit ein wahrhaft universelles Wissen anzueignen. Biologie gehörte ebenso zu seinen Spezialfächern wie Physik, Geografie und Genetik. Seine Promotionsarbeit zum Thema "Adaptationsvorgänge bei Bewohnern von Hochgebirgsländern" wurde von der Kommission einstimmig mit "summa cum laude" bewertet. Mit dieser Arbeit, die er nachweislich ohne jegliches Kopieren anderer Quellen verfasst hatte, verschaffte er sich endgültig den Eintritt in die scientific community. Als bester Nachwuchsforscher erhielt er den Edgar-Erpel-Preis der Entenhausener naturwissenschaftlichen Akademie. Seine umfassende Kenntnis der verschiedensten Wissenschaftszweige, gepaart mit rastlosem Fleiß ließen ihn schon bald zu einer der gefragtesten Koryphäen im Bereich der Hochgebirgswissenschaft werden. Dabei war er kein trockener Theoretiker. Die Bereitschaft, den Objekten seiner wissenschaftlichen Begierde an allen Orten des Erdkreises nachzuspüren, führte ihn in die abgelegensten Einöden. In frostigen Alpentälern spürte er den Gesetzen der Lawinenbildung nach, im Himalaja erkundete er ein ungewöhnlich reiches Vorkommen von Kronenkorken. Er wurde zitiert, wenn es um den Schneemenschen im Karakorum ging, er kannte sich aus bei der Differenzierung von Mückenvölkern in den Bergen Alaskas, er erkletterte Höhen, bis mehr Luft unter ihm war als über ihm.

Die Krönung seiner wissenschaftlichen Karriere schien bevorzustehen, als ihn der Ruf erreichte, an einer Expedition in ein völlig unerforschtes Hochland teilzunehmen. Unser Mann plante, seine Habilitation auf den Ergebnissen dieser Reise aufzubauen und vergrub sich wochenlang in den Bibliotheken der Universität, um allen nur denkbaren Widrigkeiten und Überraschungen gewachsen zu sein. Da ein Teil der Akten beim Umzug des Instituts verloren gegangen war, musste er verärgert einige Lücken bei der Vorbereitung hinnehmen. Trotzdem kann man sagen, dass kaum je eine wissenschaftliche Expedition pedantischer vorbereitet und ausgeführt wurde. Dies war nicht zuletzt das Verdienst unseres Mannes, der dann auch zum Hauptassistenten des Unternehmens ernannt wurde.

Doch wie so mancher Wissenschaftler entbehrte auch unser Mann einer gewissen Bodenständigkeit und einem Gefühl für banale Notwendigkeiten. So waren zwar die Bibliothek des Unternehmens umfangreich ausgestattet und ein Speziallabor eingerichtet, aber in der Speisekammer sorgte ein Überangebot von Erbsen dafür, dass stattdessen andere Nahrungsmittel zurückgelassen werden mussten. Auch hatte man darauf verzichtet, einen professionellen Koch für das Unternehmen zu verpflichten. Diese Fehler sollten sich alsbald grausam rächen: schon auf der Anreise wurde die Leistungsfähigkeit des wissenschaftlichen Personals durch ein biologisches Kampfmittel derart gründlich vernichtet, dass an einer Fortsetzung des Unternehmens auf dem vorgesehenen Niveau nicht mehr zu denken war. Die Häme, mit der in den Universitäten der Welt das frühe Misslingen des Unternehmens kommentiert wurde, trug mit dazu bei, dass unser Mann nach seiner Rückkehr nach Entenhausen nie wieder im Wissenschaftsbereich Fuß fassen konnte. Seine Scham wurde noch dadurch gesteigert, dass es einigen subalternen nichtwissenschaftlichen Mitarbeitern gelungen war, das Unternehmen mit durchaus achtbaren Ergebnissen zu Ende zu bringen. Unser Mann aber zog sich aus dem öffentlichen Leben zurück. Seinen Lebensabend soll er als schüchterner Sonderling im Altersheim für Bierkutscher verbracht haben.

Wer war's ?


Die Auflösung ist hier nachzulesen (und im DER DONALDIST 142).