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"Der Donaldist"

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Gangolf Seitz:

Das donaldische Quiz 140

"Ich", so spricht er, "heiße Krökel,
und die Welt ist mir zum Ekel."

(Wilhelm Busch: die Abenteuer des Junggesellen Tobias Knopp)

Der Mensch ist von Grund auf ein geselliges Wesen. Soziale Kontakte bedeuten ihm viel, und um sie zu pflegen, nimmt er zuweilen erhebliche Mühen auf sich. Der Mensch fährt weite Strecken, um alte Freunde zu besuchen, er reist zu Klassentreffen, zu Jubiläen, zu Familienfeiern. Auch wenn das Ergebnis solcher Treffen zuweilen mehr Zank und Streit als Freude und Harmonie ist, reist der Mensch dennoch. Man könnte argwöhnen, er reise gerade deshalb. Wobei das Reisen gar nicht unbedingt erforderlich ist: auch an seinem Wohnort hat der Mensch vielerlei Tricks ersonnen, um seinesgleichen zu treffen. Er organisiert sich in politischen Parteien, in Kaninchenzüchterklubs, in Sportvereinen, in Glaubensgemeinschaften, in Swingerclubs. Immer hofft er, auf Gleichgesinnte zu treffen, mit denen er sich erfreut austauschen kann. Denn der Mensch mag es nicht so sehr, mit Andersdenkenden zu kommunizieren. Etwa schätzt es der Kommunist nicht, den Abend mit einem Konservativen zu verbringen, der Taubenzüchter möchte nicht unter Hundzüchtern verweilen, der Adlige nicht bei den Dienstboten, der Gebildete nicht bei den Dummen. Letztlich beruht dieses Bestreben natürlich nur auf der biologischen Determination, bei diesen Treffen einer sympathischen Person des anderen Geschlechts aus der eigenen sozialen Schicht und mit ähnlichen Ansichten zu begegnen, mit der dann Maßnahmen zu Arterhaltung eingeleitet werden können.

Einsamkeit ist dem Menschen nicht charakteristisch. Und doch gibt es Leute, die sich bewusst aus der Gemeinschaft zurückziehen und damit in Kauf nehmen, die Letzten ihres Geschlechts zu sein. Sie verziehen sich in öde Felsenritzen wie Buschs Krökel und haben mit der Welt abgeschlossen. Sei es, dass sie mit der Gemeinschaft der Menschen nicht zurecht kamen, weil man ihnen gewisse Eigenheiten nicht nachsehen wollte (wie etwa Krökeln den Genuss des Alkohols), sei es, dass sie sich der philosophischen Betrachtung ihre Seins widmen wollten und an den Mitmenschen keinen anderen Anspruch hatten, als dass er ihnen aus der Sonne gehen möge, wie weiland Diogenes. Einsiedler verkriechen sich in Häusern, die durch viele Türen geschützt sind, sie leben in Steinhöhlen auf hohen Bergen in unwegsamen Gegenden, und man muss sich fragen, was sie antreibt, unter harten Witterungsbedingungen ihr Leben ohne die Segnungen der Zivilisation zu fristen. Zumeist begegnen wir ihnen mit Unverständnis, in dem immer eine Portion Mitleid mitschwingt und betrachten kopfschüttelnd das Leben des Eremiten ohne Kühlschrank und ohne Sofa, ohne Penicillin und ohne Schneebesen. Immer wieder gibt es auch Zeitgenossen, die es sich zur Aufgabe machen, diese kauzigen Gesellen zu bekehren und ihnen das moderne Leben mit seinen vielen Facetten näher zu bringen. Bei näherem Zusehen erweisen sich die selbstgenügsamen Herren (denn von Damen ist solche Art der Lebensführung nicht überliefert) vielfach als durchaus angenehme Zeitgenossen, und ihre steinerne Bleibe als komfortabel und gemütlich. Der Herr, nach dem heute gesucht wird, hatte sogar Zugriff auf mehrere Höhlen, je nach Geschmack und Jahreszeit. Bedauerlicherweise konnte er vorübergehend seine beste Höhle nicht benutzen. Ein Zugereister, der sonst ganz normal aussah, hatte ihm den Aufenthalt an diesem Ort nachhaltig vergällt.

Wer war's ?


Die Auflösung ist hier nachzulesen (und im DER DONALDIST 141).