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"Der Donaldist"

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Gangolf Seitz:

Das donaldische Quiz 125

Alles ist eine Frage des Standpunktes. So hat Jahrhunderte lang eine eurozentrierte Betrachtungsweise dazu geführt, fremde Völker als "Wilde" zu bezeichnen, nur weil sie nicht lebten wie die christlichen Völker Europas. Analphabeten wurden jene genannt, die nicht mit lateinischen Schriftzeichen kommunizierten, obwohl sie oft sehr wohl über eigene überraschende und wirksame Formen des Informationsaustausches verfügten. Die Sichtweise hat sich nach Erstarkung Nordamerikas leicht verschoben: die "akzeptablen" Kulturen wurden um die amerikanische erweitert und werden heutzutage allgemein als "westlich" bezeichnet. Sie sind charakterisiert durch halbwegs demokratische Staatsformen (in denen aber ein "gewählter" Präsident durchaus nicht die Mehrheit der Stimmen benötigt, so G.W. Bush im Jahre 2000), einen christlich geprägten Moralkodex und die vorwiegend weiße Hautfarbe der Bewohner. Länder und Völker, die diesem Schema nicht entsprechen, mögen sie auch hochentwickelte Kulturen hervorgebracht haben, werden bis heute häufig als zweitrangig betrachtet, oder schlimmer noch als "Dritte Welt" eingestuft.

Das Volk, dem unser Rätselmann entstammt, wurde dann auch von anderen, die sich für den Nabel der Zivilisation hielten, als Barbaren klassifiziert, als touristische Sensation empfunden, ihr König despektierlich als "Obermotz" bezeichnet. Dabei hatte das Volk, das seit fast sechshundert Jahren von keinem Fremden mehr besucht worden war, sich in seiner gar nicht einfachen geografischen Umgebung in einer Weise eingerichtet, die das Überleben nicht nur sicherte, sondern durchaus komfortabel gestaltete. Ihre Hauptstadt schmücken mehrstöckige Steinbauten mit prächtigen Standbildern, was umso bemerkenswerter ist, als die Steine in dieser Gegend vermutlich mit aufwändigen Transporttechniken von weither herbeigeschafft werden mussten. Besonders hochentwickelt sind die Korbflechterei und die Hutindustrie. Die Feste des Volkes sind legendär. Hier tanzt man, dass die Fetzen fliegen. Und da das religiöse Oberhaupt traditionell dem Volk den Weg der Selbsthilfe weist, stand (im Gegensatz zum Christentum mit seinen vielfältigen Vorschriften) einer Lebensgestaltung nach Wünschen und Vorlieben nichts im Wege.

Mit einem Mitglied dieses glücklichen Volkes wollen wir uns heute ein wenig befassen. Wie bei vielen seiner Volksgenossen war seine Zeugung im Gefolge eines der bacchantischen Feste zur Feier des religiösen Oberhaupts erfolgt. Die Erziehungsberechtigten legten Wert auf eine solide Ausbildung, sodass er nicht nur in sportlichen Disziplinen zu den Besten gehörte, sondern auch im Bereich der Musik und des Gesangs. Von der Natur ist dieses Volk ohnehin mit einem bemerkenswerten Hörorgan ausgestattet, sodass Musikalität häufig ist. Unserem Mann aber war zusätzlich die Gabe einer lauten und doch angenehmen Stimme gegeben, was nicht nur zu seiner allgemeinen Beliebtheit beitrug, sondern sich auch in einer Notsituation fast als hilfreich erwiesen hätte. Seine sportlichen Fähigkeiten bewies er vor allem in einer bei seinem Volk zu hoher Könnerschaft entwickelten Disziplin. Seine Meisterschaft gipfelte darin, dass er sich sogar ohne Hilfsmittel auf einer Wasseroberfläche bewegen konnte.

An seinem Namen ist bemerkenswert, dass er an einen europäischen Potentaten erinnert, von dessen Existenz die Namensgeber in ihrer Abgeschiedenheit eigentlich keine Kenntnis erlangt haben konnten. Wie dieser Name dorthin gekommen ist, muss zunächst ungeklärt bleiben und könnte Gegenstand für künftige Forschungsanstrengungen sein. Der Quizmaster ist fürs Erste völlig zufrieden, wenn ihm dieser Name mitgeteilt wird.


Die Auflösung ist hier nachzulesen (und im DER DONALDIST 126/127).