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"Der Donaldist"

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Gangolf Seitz:

Das donaldische Quiz 122

"Solang irgendein Mensch um den Weg ist, denkt das Objekt auf Unarten, auf Tücke."
(Friedrich Theodor Vischer, "Auch Einer")

Kaum wäre man auf ihn aufmerksam geworden, hätte ihn leicht übersehen, so gering war seine körperliche Größe. Die Natur hatte ihn nicht eben reichlich ausgestattet, dem ordentlich gewachsenen Bürger reichte er gerade bis zur Hüfte. Sein Alltag war gespickt mit Schwierigkeiten, die ihm seine geringe Größe einbrachte. Saß er auf einer Bank, so konnten seine Füße den Boden nicht erreichen, mithin es ein geradezu lächerlicher Anblick war, ihn ein Sitzmöbel erklimmen oder von demselben abrutschen zu sehen. Versuchte er, ein Objekt von einem Regal zu nehmen, so musste er sich allerlei künstlicher Hilfen bedienen, um sein Ziel zu erreichen. Oft genug verschworen sich die Dinge in der Welt gegen ihn, stellten sich ihm unüberwindlich in den Weg, waren in ihren Höhen für ihn unerreichbar, stürzten gar auf ihn herunter und begruben den armen Wicht auf schamvolle und oft genug schmerzhafte Weise. Manch anderer, der die Welt auf so erniedrigende Weise erfahren hätte, würde sich von ihr abwenden, etwa ein Eremitendasein erwählen, um den großen Menschen und ihren großen Objekten zu entkommen.

Unser Mann aber war von anderen Zuschnitt. Sein lebhafter, wacher Geist, der aus den funkelnden Augen blitzte, ließ ihn die Herausforderung annehmen, die ihm durch seinen Körper entstanden war. Er beschloss, der Welt die steten Peinlichkeiten, denen er sich ausgesetzt sah, heimzuzahlen. Hierbei bediente er sich aber nicht etwa roher Gewalt, zu der ihn sein Körper ohnehin nicht befähigt hätte; vielmehr ersann er Objekte, die der Welt einen Narrenspiegel vorhielten, die ihr die Relativität der Größe vorführen sollten. Wie schon im Lateinischen "altus" für "hoch" und "tief" steht, womit beschrieben wird, dass es vielfach eine Frage des Standpunktes ist, wie eine Sache zu bewerten sei, so demonstrierte er mit seinen Objekten der staunenden und oft genug verwirrten Welt, wie wenig wahre Größe gemessen werden kann. Konsequent war es bei diesem Anliegen nur, dass die Grenze zwischen dem Lebenden und dem Künstlichen von ihm immer wieder überschritten wurde, dass er oft genug mit seinen fantastischen Objekten eins wurde. Die Tücke des Objekts, die er oft genug zu spüren bekommen hatte, wandelte sich dabei zu groben Scherzen, ja Unarten, mit denen er seine Umwelt irritierte, gar peinigte. Die verstörten Mitmenschen, die nicht mehr zwischen ihm und seinen Objekten zu unterscheiden vermochten, sahen sich als Opfer eines gewitzten, aber in Teilen auch herzlosen und schadenfrohen Geistes, der es darauf anlegte, seinen Mitmenschen einen Schabernack zu spielen. Was dazu nötig war, führte er in seinen weiten Beinkleidern mit sich: seien es Zwickzangen, Wasserpistolen oder gar rohe Eier. Freunde wird er auf diese Weise nicht gewonnen haben, aber vielleicht war ihm klar geworden, dass einer seines Aussehens und seines Namens mit echter Freundschaft in dieser Welt nicht zu rechnen hat und nur als drastischer Narr sich behaupten kann.

Wer war's?


Die Auflösung ist hier nachzulesen (und im DER DONALDIST 123).