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"Der Donaldist"

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Gangolf Seitz:

Das donaldische Quiz 117

"Wer unrechtem Gewinn nachgeht, zerstört sein Haus"
(Sprüche Salomos, 15 V 27)

Der Mann hatte es in jahrelangem Streben zum Laufjungen im Duck’schen Bankhaus gebracht. Er arbeitete in einer Umgebung, wo nur der eine Chance hatte, der zäher als die Zähesten. Das Leben war hart mit ihm umgesprungen, aber zuweilen war ihm sein stetes Bemühen doch mit ein oder zwei Kreuzern Trinkgeld, zu Weihnachten auch wohl einer Erdnuss gelohnt worden.

Seine Lebenserfahrung versuchte er seinen beiden Kindern zu vermitteln. Hart auf hart müsse Spaß machen, hämmerte er ihnen ein, denn so hatte er seinen obersten Chef, den alten Bankier Duck, oft sagen hören. Während seine Tochter Ulla vor den väterlichen Ansprüchen kapitulierte, schon früh das Elternhaus verließ, in Depressionen verfiel und ihr Leben mit dem Sprung in einen reißenden Fluss beendete, erwies sich der Sohn, dem hier unser Interesse gilt, als ein gelehriger Adept der rauen Pädagogik seines Erzeugers. Dessen oft geäußertes "Du sollst es doch mal besser haben!" machte er zur Maxime seiner Lebensführung. Dabei entwickelte er eine rücksichtslose Zielstrebigkeit, die einzig auf Profitmaximierung ausgerichtet war. Die Warnungen, die der weise Salomo schon vor zweitausend Jahren geäußert hatte, schlug er in den Wind.

Unser Mann trat in ein Unternehmen ein, das sich im Finanzsektor einen Namen gemacht hatte und stieg in wenigen Jahren vom Außendienstmitarbeiter über den Regionalbeauftragten und Sales Manager zum Managing Director der Entenhausener Niederlassung auf. Bei seinen inzwischen nur noch wenigen Vorgesetzten war er wegen seiner geschäftlichen Erfolge geachtet, wenn auch nicht geschätzt, bei seinen Untergebenen hingegen gefürchtet wegen seiner rüden Form der Personalführung, die sich häufig in Verbalinjurien und gelegentlich sogar in Handgreiflichkeiten austobte.

Seine bis dato erfolgreiche Geschäftsstrategie erfuhr allerdings eine Wende, als seine Risikofreudigkeit von einem Vertreter der Old Economy überlegen zur Bedrohung des ganzen Konzerns umgedreht wurde. Der Nimbus der Unfehlbarkeit ging unserem Mann verloren, als er zur Vermeidung des Konkurses gezwungen war, vor den Augen seiner feixenden Mitarbeiter in gefährlicher und zugleich höchst alberner Weise auf einem Seil zu balancieren. Sein auf einer Mischung von Zuckerbrot und Peitsche (vor allem aber Peitsche) aufgebautes Imperium zeigte erste Risse. Erschwerend kam hinzu, dass gerade in dieser Zeit einige buchhalterische Glättungen in seinen Bilanzen offenbar wurden, mit denen er die Ergebnisse geschönt haben sollte. Obwohl er diese Tricks immer bestritt, blieb doch der Ruch der Unseriosität an ihm haften. Das schon von Salomo prophezeite Schicksal nahm seinen Lauf. Der Börsenwert des Unternehmens verfiel, wobei sich ungünstig auswirkte, dass in jener Zeit eine allgemeine Baisse den Handel mit Wertpapieren zu einer äußerst unfruchtbaren Angelegenheit machte. Schließlich wurde unser Mann vom Aufsichtsrat des Unternehmens "wegen unüberbrückbarer Differenzen" (so damals das manchmal gut informierte Manager Magazin) aus dem Konzern verabschiedet.

Es gelang ihm nach all den negativen Entwicklungen der letzten Zeit noch nicht einmal, eine Abfindung auszuhandeln, die seine Landung in der Arbeitslosigkeit abgefedert hätte. Statt dessen hatte ihn die wirtschaftliche Entwicklung in der Blüte seiner Jahre, salopp ausgedrückt, kalt erwischt. Man sieht ihn seither an Straßenecken das Entenhausener Amtsblatt, gelegentlich auch die Allgemeine Zeitung feilbieten. Es heißt, dass ihm der alte Bankier Duck in Erinnerung an die Leistungen seines Vaters gelegentlich die Zeitung des Vortages zu einem Drittel des Preises abkaufe.

Wer war's?


Die Auflösung ist im DER DONALDIST 118 nachzulesen.